Geschichte

  I  II  III  IV  V 

Die wesentlichen Informationen stammen vom Gründungsmitglied Hugo Raupp und aus den Vereinsunterlagen. Werner Scholtyssek hat sie dann in den Abschnitten I bis IV zusammen gefasst. In Abschnitt V berichtet Othmar Raub über das 50 jährige Vereinsjubiläum.





























I. Die Anfänge

Vierzehn begeisterte Anhänger des Schachspiels kamen am 17. September 1947 im Gasthaus zum Schwanen zusammen und gründeten den Schachklub Blankenloch. Als erster Vorsitzender wurde der damalige Schwanenwirt Wilhelm Seitz gewählt. Natürlich wurde schon früher Schach in Blankenloch gespielt, privat und in Gasthäusern. Und der 1935 zugezogene Lehrer Murmann gab sogar in der Volksschule Schachunterricht, woran sich manche alten Blankenlocher noch gerne erinnern. Während des Krieges machten viele Soldaten Bekanntschaft mit dem königlichen Spiel. Und so war bald nach Kriegsende der Wunsch nach einem Schachverein in Blankenloch entstanden. Eine Vereinsgründung war in den ersten Nachkriegsjahren keine einfache Sache. So mussten z. B. die vier Besatzungsmächte in ihrer jeweiligen Sprache um eine Genehmigung angeschrieben werden. Aber dann war es schließlich so weit. In den Anfangsjahren mangelte es an Vielem. Ein Spiellokal zu finden war nicht einfach, vor allem im Winter, weil es an Heizungsmaterial fehlte. Also spielte man bei der Schwanenwirtin in der Küche, auch während sie das Essen kochte. Die Mitglieder brachten ihr eigenes Schachmaterial zum Spielen mit, das aber in unterschiedlichen Ausführungen vorhanden war. Deshalb wurden turniergerechte Schachbretter bei Maler Werner Nagel, der auch Gründungsmitglied war, gebastelt und angemalt, um bei Verbandskämpfen mitmachen zu können. Dort begann der Schachklub mit einer Mannschaft in der untersten Klasse. Zu den Auswärtspielen fuhren die Blankenlocher meist mit einem geliehenen Auto mit Holzvergaser, das großen Lärm machte und auch ordentlich stank. Bei einer Fahrt nach Daxlanden gab es noch vor Karlsruhe einen mächtigen Knall und das Auto blieb liegen. Weiter ging es mit der Straßenbahn und, wegen einer zerstörten Brücke über die Alb, das letzte Stück zu Fuß und deshalb traf man erschöpft und mit erheblicher Verspätung am Spielort ein. Am Ende hatten aber die Blankenlocher den Tag für sich entschieden und konnten zufrieden den Heimweg antreten.
Nach der Währungsreform 1948 konnten die Spielabende in der großen Wirtschaft oder im Nebenzimmer stattfinden. Auch finanziell war eine langsame Besserung zu beobachten trotz niedriger Jahresbeiträge von erst DM 3, später DM 6. Einige Mitglieder, die am späten Abend lieber Skat als Schach spielten, leisteten aber ordentliche Zuschüsse, weil sie ihre Gewinne in die Schachkasse abliefern mussten. Davon konnte man dann Schachuhren beschaffen. Und auch sportlich ging es voran. In der Saison 1952/53 wurde der Schachklub Blankenloch Meister in seiner Klasse und stieg in die erste Kreisklasse auf.





II. Auf-, Ab-, Aufstieg

Schach ist Sport, ja von manchen wird Schach sogar als Kampfsport bezeichnet, ein Kampf des Geistes. Meist sitzen sich zwei Spieler am Brett gegenüber, es gibt aber auch Varianten, z.B. das Tandem Schach, das eine Art "Doppel" darstellt, oder das Simultan Schach, bei dem ein Schachmeister an vielen Brettern gegen viele Spieler antritt. Der Schachklub Blankenloch ist also ein Sportverein und als solcher wollte und will er sich mit anderen Vereinen messen. Gelegenheit dazu geben Mannschaftskämpfe, die zwischen den Vereinen in den jährlichen Verbandsrunden ausgetragen werden, oder auch bei Vereinsturnieren, Schachkongressen und anderen Veranstaltungen. Der Schachklub Blankenloch, gegründet 1947, hat bereits im ersten Jahr seines Bestehens eine Mannschaft für die Verbandsrunde gemeldet und begann ganz unten in der Kreisklasse B. Von den "Männern der ersten Stunde" sind Walter Haisch, Willi Lang und Hugo Raupp, die alle drei auch einmal den Klub als Vorstand geleitet haben, heute immer noch aktive Vereinsmitglieder.
Bei einem Wettkampf zwischen Mannschaften, meist aus 8 Spielern bestehend, spielt jeder an seinem Brett für sich. Beratung oder Hinweise sind streng verboten. Aber die Einstellung ist doch anders als in Einzelwettkämpfen. Gewinnen will man natürlich, aber man spielt mit Rücksicht auf die Kameraden vielleicht etwas weniger riskant, geht eher ein Remis ein, wenn der Mannschaftssieg schon feststeht, kämpft verbissen, wenn das eigene Spiel die Entscheidung für die Mannschaft bringen könnte. Und wenn man auf den anderen Brettern eine Bedrohung gegen oder eine Chance für einen Mannschaftskameraden sieht, dann bangt und hofft man, dass der sie auch sehen möge. Schweigen zu müssen ist dann manchmal ganz schwer.
Nach 6 Jahren in der untersten Klasse wurde die Blankenlocher Mannschaft Erste und schaffte damit den Aufstieg in die Kreisklasse A und zwei Jahre später in die Bezirksklasse, in der man sich aber nur kurz halten konnte. Ab 1965 begann dann ein stetiger Aufstieg in die Bezirksklasse, dann in die Bereichsklasse (1967), nach einem kurzen Ab- und Wiederaufstieg weiter in die Landesliga (1973), Verbandsliga (1976) und ein Jahr später schließlich in die Badische Oberliga. Dies wurde erreicht weil einerseits der Nachwuchs im Verein, z.B. mit Friedhelm und Thomas Raupp sowie Klaus-Dieter Schorb wesentliche Verstärkung brachte, andererseits gute Schachspieler von außen dazu gestoßen waren. Auch der Schachunterricht in der Volksschule durch Lehrer Murmann und später durch Lehrer Gilliar brachte einige junge Leute in den Verein. Inzwischen konnten drei Mannschaften zu den Verbandsspielen gemeldet werden, die sich in den tieferen Klassen gut behaupteten.





III. Die Oberliga

Im Jahr 1977 stieg die 1. Mannschaft des Schachklubs Blankenloch in die Badischen Oberliga auf und hielt sich 5 Jahre lang in dieser Klasse. Blankenlocher Spieler nahmen auch erfolgreich an weiteren Schachveranstaltungen, Turnieren und Meisterschaften teil und waren bald für ihre Spielstärke bekannt und gefürchtet. Aber es zeigte sich, dass der kleine Schachverein vielleicht etwas zu hoch gegriffen hatte. Die finanziellen Aufwendungen für die Turnierteilnahmen, Fahrten, Unterkünfte waren erheblich und es fanden sich keine Sponsoren, die dem Schachklub unter die Arme greifen wollten. Der Spielstärkeabstand zwischen der ersten und den weiteren Mannschaften wuchs und es kam daher kaum zu Kontakten zwischen Spielern der verschiedenen Mannschaften. Überdies schienen die Chancen für einen weiteren Aufstieg in die Bundesliga eher gering zu sein und deshalb wechselten zwei Blankenlocher Spitzenspieler zum Schachklub Freiburg-Zähringen, der in dieser Klasse spielte und Verstärkung suchte. Weitere Spieler verließen die geschwächte erste Mannschaft, sodass diese sich 1982 auflöste und man sich zur Saison 1982/83 in der Kreisklasse A wiederfand. Damit ging die stärkste Phase des Schachklubs Blankenloch zu Ende.

























IV. Schachbegeisterung

Das Schachspiel ist vielfältig und faszinierend und verlangt überdies höchste Konzentration über viele Stunden hinweg. Da kann es schon einmal passieren, dass man, in Schachgedanken verloren, einen Fehlgriff tut zur Erheiterung der Mitspieler und Kiebitze. So geschah es dem langjährigen Stammspieler der ersten Blankenlocher Mannschaft Prof. Dr. Meier, dass er, bei einem Mannschaftsturnier in sein Spiel versunken, einen schwarzen Bauern ergriff um damit ausgiebig seinen Kaffee um zu rühren. Schließlich bemerkte Schachfreund Karl Schorb dies und machte ihn unter allgemeinem Gelächter darauf aufmerksam.
Das Bild zeigt die erste Mannschaft des Schachklubs Blankenloch im Jahre 1967 nach ihrem Aufstieg in die Bereichsklasse.

Von links:
Josef Gais, Prof. Dr. Meier, Walter Haisch, langähriger Vorstand (1959 bis 1976) und jetziger Ehrenvorstand, Hugo Raupp, Vorstand von 1955 bis 1959, Michael Epli, Horst Rosenauer, Friedhelm Raupp, Friedrich Dehmann, Karl Schorb und Ewald Schorb.

Von Karl Schorb erzählt man übrigens, dass er bei den sonntäglichen Mannschaftskämpfen unbedingt gewinnen musste. Ansonsten lief er Gefahr, dass er von seiner Frau nicht das Lieblingsessen vorgesetzt bekam. Solche Drohungen spornen natürlich zu höchsten Leistungen an und deshalb hatte Karl Schorb auch viele schöne Erfolge aufzuweisen.











V. 50 Jahre Schachklub

Im Jahre 1997 war es dann so weit der Schachklub wurde 50 Jahre. Zunächst mussten umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden denn gleich vier Großveranstaltungen wurden in Angriff genommen. Da war zuerst der Bezirksschachtag, welcher damals wirklich noch eine Großveranstaltung war, wozu eigens die Blankenlocher Festhalle angemietet werden musste. Rund 150 Schachfreunde aus dem Schachbezirk Karlsruhe waren gekommen, welche in verschieden Mannschaftsgruppen aller Altersklassen sowie in Einzelturnieren gegen einander antraten um die Bezirksmeister im Blitzen zu ermitteln.
Danach folgte im Sommer das Vereinsfest wozu die auch die Bevölkerung aus Blankenloch und Stutensee sowie auch die benachbarten Vereine aus dem Bezirk eingeladen waren. Geboten wurde Schachaufgaben im Rahmen der "Trimmspiele" des Badischen Sportbundes, sowie ein Preisrätsel mit sechs Schachaufgaben. Auf zwei Großfeldern konnten die Besucher miteinander spielen. Eine "Hüpfburg" für Kinder wurde auch aufgebaut. Natürlich wurden die Gäste kulinarisch bestens versorgt.
Eine Festschrift wurde vom damaligen Schriftführer Othmar Raub in einer Auflage von 5200 Stück heraus gegeben und in ganz Blankenloch und Büchig, sowie in den Neubaugebieten von Friedrichstal und Spöck verteilt. Viele Bürger von Stutensee erfuhren hierdurch von der Existenz eines Schachvereins in ihrer Gemeinde!
Anfang September war dann noch die Stadtbahneinweihung, sie hat zwar nichts mit Schach zu tun, aber der Schachklub beteiligte sich zum ersten mal an einer Großveranstaltung der Gemeinde! Auch sollten Erfahrungen gesammelt werden.
Der eigentliche Festakt zum Geburtstag des Schachklubs fand dann Ende September 1997 statt. Der damalige Vorsitzende Jürgen Häuser begrüßte die Gäste aus Sport und Politik sowie die Ehrenmitglieder und Mitglieder. Nach den Grußworten wurden noch Ehrungen vorgenommen und der Vorsitzende hielt noch eine zurück schauende Rede. Nach dem Abendessen ließ man den Festakt bei ein paar Gläschen ausklingen.